«Ich war nie mit einem Trainer befreundet. Nie.
Die knappe Freizeit, die ich noch habe, verbringe ich nicht mit Fussballern. Nicht aus Prinzip, sondern weil die Interessen anders gelagert sind. Ich kenne kaum einen Fussballtrainer, der ins Theater geht oder sich Studiofilme im Kino ansieht.»
Ex-GC Manager Erich Vogel über den Grund der Trennung von Beruf und Privatleben.
«Für Transfers brauchen sie ein gutes Gespür. Sie brauchen eine gute Nase. Ich habe eine gute Nase, aber leider eine zu grosse. Früher wurde ich deswegen gehänselt.»
Erich Vogel verrät im tschuttiheftli-Interview endlich sein Erfolgsgeheimnis.
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Die Fussballwelt ist von der Kommerzialisierungswelle überrollt worden. Der gute, alte und ehrliche Fussball, ist durch einen klinischen, wirtschaftsorientierten und nach Plastik stinkenden Monotonevent ersetzt worden. Niemand anderes hat diese Entwicklung mehr vorangetrieben, als unser Ehrenbürger im Herzen Joseph Blatter. Der sympathische und weltoffene Vereinspräsident hat innert kürzester Zeit dem Fussball den Dreck genommen und durch hollywoodtauglichen Glamour ersetzt. Diesen Glamour wiederum verkörpert niemand so gut und perfekt wie David Beckham.
Der Spice-Boy gilt trotz reichlich beschränktem Fussballkönnen immer noch als der Superstar unter den Profikickern.
Eigentlich erstaunlich, da er sich nicht einmal in der amerikanischen Major League Soccer richtig durchsetzen kann. Egal. Becks glänzt durch schillernde Auftritte abseits des Rasens, eigene Duftwässerchen und seine magersüchtige Stimmungskanone namens Victoria. So und durch regelmässige Kurztripps nach Mailand, mit sporadischen Einsätzen für die AC Milan, bleibt David Beckham im Gespräch und scheinbar auch weiterhin ein Kandidat für die englische Nationalmannschaft.
Die Rolle des Superstars gefällt dem smarten Engländer mit dem goldenen rechten Füsschen sicherlich. Dass Fussball oder eben „Soccer“ in Amerika ein Schattendasein fristet, wird ihm und vor allem seiner Liebsten überhaupt nicht gefallen. Er, der überirdische Fussballstar muss in einem Land spielen, in dem das Kicken mit der Lederkugel als Mädchensport verpönt wird und die Stars in etwa so bekannt sind wie deutsche Synchronschwimmerinnen in Abu- Dhabi.
Irgendwie scheint ihm diese Tatsache aber entgangen zu sein. Frischfröhlich meldete sich Becks telefonisch bei Al Jean, dem Chefproduzenten von den Simpsons, mit der höflichen Bitte, ihn doch bitte in einer der nächsten Sendungen einen der begehrten Gastauftritte zu gewähren. Die Simpsons sind, wenn man so will, das Pendant von Beckham und gelten als die absoluten Kassenschlager im TV. Die Gastauftritte in der Comicserie sind heissbegehrt und das „Who is Wow“ der internationalen Prominenz und Showszene tritt regelmässig in der gelben Welt der Simpsons auf. Dass der gute David nach seinem Selbstverständnis ebenfalls zu dieser illustren Gilde zählt, ist wohl klar. Wohl ziemlich überrascht war er dann, als ihm Al Jean persönlich mitteilte, dass er für die Simpsons zu wenig bekannt und deshalb kein Gastauftritt möglich sei.
Eine Frechheit, die schon fast einer Majestätsbeleidigung gleichkommt und hoffentlich Sepp Blatter, den Rächer der Glamourösen und Reichen auf den Plan ruft. Solange Aushängeschilder für seine saubere und cleane Fussballwelt wie David Beckham, bei den Simpsons verpönt werden, solange wird sein Kampf für die Kommerzialisierung im Fussball weitergehen!
Text: Kaiser
Nun ist es definitiv: Als beliebtester Fussballclub der Terroristen-Gemeindekann ab sofort der ehrwürdige FC Liverpool genannt werden. Wieso? Der Detroit Bomber Umar Faruk Abdulmutalla, der an Weihnachten in einem Flugzeug eine Bombe zünden wollte, hat sich offiziell als FC Liverpool Fan geoutet. Das ist nicht gerade die beste Werbung für einen Fussballclub, obwohl der englische Traditionsclub dabei natürlich schuldlos ist. Was können die Liverpooler Kicker denn dafür, dass ein fundamentalistischer Bombenleger ein Herz für die „Reds“ hat?
Im Gegenteil, könnte man sogar sagen. Mit ihren amerikanischen Besitzern (George Gillet und Tom Hicks) repräsentieren sie wie kein anderes englisches Team den „Way of Life“ und somit wohl alles was ein handelsüblicher islamischer Fundamentalist hasst. Beachten muss man aber, dass sich die Liebe der Liverpool-Fans auf das Team beschränkt und die Besitzer von ihnen am liebsten zurück über den grossen Teich geschickt würden. „Ihr habt es in Vietnam versaut, ihr habt es im Irak versaut, versaut es nicht auch bei uns“, liessen aufgebrachte Fans auf Transparenten Richtung Führungsetage verlauten. Wenn dabei nicht die Herzen aller Anti Amerikaner höher schlagen! In der Gunst von Umar wird Liverpool noch gestiegen sein, als bekannt wurde, dass die DIC (Dubai Inernational Capital), eine Investmentgesellschaft der Regierung Dubais, am Londoner Club interessiert sei. Man stelle sich vor: Eine riesen Fussballfangemeinde, die allesamt amerikakritisch eingestellt sind und praktisch einem arabischen Staat zugehören – ein Traum für Umar und alle anderen Al Kaida Gefährten!
Dass dervermeintliche Bombenleger bei seiner Clubwahl wohl eher auf solche Argumente, als auf Fussballsachverstand setze, wurde von einer weiteren Aussage von ihm unterstrichen: „Frank Lampard finde ich fantastisch und besser als Steven Gerrard!“. Das ist ein Dolchstoss in jedes rote FC Liverpool Herz. Wie kann man nur einen Spieler vom verfeindeten FC Chelsea bewundern und gleichzeitig ihren „Stevie“ verleugnen? Schlussendlich ist es vielleicht die Hymne vom FC Liverpool der Grund für die terroristische Liebe. Was kann sich ein bombenlegender Fundamentalist mehr wünschen als „You`ll never walk alone“.
Text: Kaiser
Hand aufs Herz: Wer freut sich nicht schon lange auf die Winterpause? Fast unerträglich muten die letzten Spiele in der Bundesliga an, wo es um den überflüssigsten Titel im Fussballgeschäft, der Wintermeisterschaft geht. Interessiert wirklich irgendjemand, ob nun Schalke oder doch Bayer Vizekusen diesen Titel unter den Weihnachtsbaum legen kann? Der wahre Fussballfreund freut sich eh schon lange auf das wichtigste in der ganzen Saison: Die Transfergerüchte! Nun geht’s also wieder los. Die Zeitungen und Internetforen füllen sich wieder explosionsartig mit den wildesten Gerüchten und Halbwahrheiten. Es darf wieder spekuliert, fachgesimpelt und gehofft werden. Wird der jeweilige Herzensverein endlich den erhofften Transfercoup landen? Wird „de Duuuumbia“ seine Koffer in Bern packen und für gefühlte 400 Millionen Franken nach England wechseln? Wird Didier Tholot tatsächlich den Langzeitrekord als Trainer unter CC brechen? Und wie sieht es mit Bernard Challandes aus, oder besser gesagt, wie lange hat das Ehepaar Canepa noch Geduld mit ihm?
Nur die jährlichen Spekulationen um Hakan Yakin können dieses Jahr zur Seite gelegt werden. Der Schweizer Superstar ist und bleibt in Luzern! Ausser sein Bruder Murat kann Mutter Emine überzeugen, dass es Hakan in Thun noch viel besser gefallen würde… Auf diese Zeit des Ungewissen freue ich mich bereits wie ein Schneekönig! Das z.T. trostlose Gekicke der Vorrunde kann vergessen werden und selbst die strapaziertesten Fanherzen können hoffen, dass über Weihnachten der langgepriesene Wunderstürmer seinen Weg in das heimische Stadion findet.
Text: Kaiser
Vor etwa dreissig Jahren zog Franz Beckenbauer mit Kind und Kegel in die Schweiz. Obwalden hatte das Rennen gemacht oder besser gesagt: Hans Hess. Er war damals in Personalunion halbamtlicher Regierungsrat und Steuerberater des Halbkantons. Der Spagat gelang ihm fürs erste. Sportmanager Robert Schwan oder Tenniscrack Ion Tiriac zogen ebenfalls in den Urkanton. Einzige Bedingung war die Begleichung von einer symbolischen Steuerrechnung von
20 000 Franken und etwas mehr pro Jahr. Damals war die Steuerautonomie der Kantone noch viel ausgeprägter als heute. Es wimmelte von Sonder- und Spezialregelungen und mangelte an griffigen Steuergesetzen.
1986 kamen die Steuerfahnder dem leckeren Steuerspiel für finanziell gut abgefederte Ausländer auf die Schliche. Hans Hess wurde vom Bundesgericht wegen "Beihilfe zur Steuerhinterziehung" verurteilt. Obwalden verlor nicht nur seinen Regierungsrat, sondern auch seine Reputation, seine Steuerautonomie und seine reichen Steuerzahler.
Heute erinnert nur eine überdimensionierte Halle am Rande Sarnens, die früher «Franz-Beckenbauer-Tenniscenter» hiess und nach dessen Konkurs nun einen Industriebetrieb beherbergt, an die kaiserlichen Zeiten Obwaldens.
Der ehemalige Dorfbewohner Markus erinnert sich auf dem Knapp Daneben Blog mit einer rührenden Geschichte, dass wenigstens Kaisers Kinder im peripheren Tal Freunde hinterlassen haben.
Text: David Mugglin
„Grüzzi“, „Grüzi“, „Gruzzi“ Der durchschnittliche schwäbische Fussballer hat seit einigen Tagen ein fast unüberwindbares Problem, dem er sich stellen muss. Wie in Gottes Namen spricht man dieses komische schweizerische Begrüssungswort nur aus? Mit Betonung auf dem ü? oder doch mit einem langgezogenem z? Auslöser für diesen ungewöhnlichen Fremdsprachenexkurs ist Christian Gross. Der erfolgreichste Schweizertrainer aller Zeiten hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Fussball Drittweltland, Entwicklungshilfe zu leisten. Der Traditionsclub VFB Stuttgart soll vor dem Abstieg bewahrt werden und gleichzeitig in der Champions League für Furore sorgen. Ein Ding der Unmöglichkeit? Nicht, für Christian Gross. Der Zürcher mit Basler Vergangenheit ist es gewohnt, schwierige Aufgaben zu meistern. So hat er sich Jahrelang erfolgreich dagegen gewehrt mit Gigi Oeri ins Entspannungsbad zu steigen und daneben den fc basel zum gross(en) fc basel gemacht.
Nun lehrt der ehemalige Swiss Army Coach (wie in die eingeschüchterten und verweichlichten englischen Fussballer ehrfürchtig nannten) den Schwaben das fürchten. Obwohl man in Deutschland weiss, dass Gross doch einige Erfolge aufweisen kann, begegnet man ihm doch noch skeptisch. Aussagen wie „Hat die Schweiz uns schon je was gutes gebracht?“ verunsichern vielleicht einen Lucien Favre, aber sicher nicht Christian Gross. Unbeeindruckt stellt sich Gross vor den Club und erklärt den irritierten Schwaben das Ein Mal Eins des Fussballs. Dass Gross sich von allen Spielern Siezen lässt und auch dem Vorstand nicht das Du angeboten hat, zeigt, dass es ihm sicher nicht an Selbstvertrauen fehlt. Solange die fussballunwissende Stuttgarter Mannschaft keine Fortschritte macht, wird es beim militärischen Sie bleiben.
Deshalb büffeln die armen Schwaben Schweizerdütsch, um den Swiss Army Coach ein wenig zu besänftigen. Doch auch wenn der Plan aufgehen wird, ist das Sprachenproblem nicht gelöst. Spätestens wenn Christian Gross seinen VFB Kollegen das Du anbietet, werden sich die armen Stuttgarter wünschen zu Herr Gross zurückzukehren, denn ein lockeres "Hoi Chrigel“ über die Lippen zu bringen, wird auch für den Hintersten und Letzten Stuttgarter ein Ding der Unmöglichkeit sein.
Text: Kaiser
"In anderen Sportarten wie Basketball oder Volleyball wurde früher begonnen strategisch vorzugehen. Das ist sozial bedingt. In diesen Sportarten sind oft Leute tätig, die aus der Mittelschicht kommen. Der Fussball bedient sich eher aus der Unterschicht. Dort ist die Hemmschwelle grösser gegenüber systematischem Vorgehen. Beim Fussball steht das Praktische und die Erfahrung im Vordergrund."
Christoph Biermann, intelligenter und angenehmer deutscher Fussball-Journalist/Schriftsteller (u.a "Fussball-Matrix") äussert sich im Gespräch mit tschuttiheftli über das nur langsam ansteigende Interesse der Sportart Fussball an der Wissenschaft.
Über die mehreren Treffen mit dem Strategen Lucien Favre berichtet er nur Positives:
"Lucien Favre hat klare Vorstellungen von Fussball. Er ist ungemein stark in den Details. 'Wie bewege ich mich im Raum, wie mach' ich Fortschritte im Torschuss' - solche Dinge kann Favre brillant vermitteln. Und nebenbei; und das kann ich wahrlich nicht von vielen Menschen in diesem Geschäft behaupten, ist er ein sehr korrekter und sympathischer Mann."
... und über sein Scheitern:
"Er hatte letztes Saison ganz viel Glück und in dieser ganz viel Pech. Nicht ausser acht lassen darf man die ausserordentliche schlechte finanzielle Situation von Hertha, welche keine grosse Neueinkäufe im Sommer zu liess. Sein effektives Können als Trainer bleibt für Fussball-Deutschland somit noch ein Rätsel."
"Natürlich Barcelona, dort herrscht von der U12 bis zum Fanionteam eine gemeinsame Vorstellung vom zu spielenden Fussball. Ein Trainer- oder Managerwechsel ändert hier nicht viel. In Deutschland ist das in Ansätzen in Freiburg, Hoffenheim, Leverkusen und Bremen der Fall. Van Gaals Bayern entwickelt sich auch in diese Richtung. Unter ihm ist eine klare Linie zu erkennen."
Christoph Biermann auf die Frage, welcher Verein eine eigene Spielidentität habe.
Eine sehr interessante Zusammenstellung hat Zwölf-Kolumnist Mämä Sykora vorgenommen. Sie zeigt auf, was aus den Finalisten der U17-Weltmeisterschaften von 1995-2003 geschehen ist.
Was für eine Sensation: Ludovic Magnin wechselt in der Winterpause zum FC Zürich. Gut für den FC Zürich, die nun einen Nati Spieler mehr auf ihrem Matchblatt aufführen dürfen. Wobei, ich gebs zu: In meiner persönlichen Nati Aufstellung spielt Ludovic Magnin keine Rolle. Bei mir hätte Christoph „Wuschu“ Spycher hinten links einen Stammplatz. Ich würde ihm sogar mit einem Wadenbeinbruch noch den Vorzug geben. Wieso? Weil er ein verlässlicher Wert ist, solide verteidigt und entgegen der allgemeinen Annahme auch Offensiv eine Bereicherung ist. Das sind alles gute Argumente, die für den kleinen, fleissigen „Wuschu“ sprechen, doch der Hauptgrund ist ein anderer: Ludovic Magnin, sein ewiger Kontrahent auf dieser Position, geht mir tierisch auf den Sack!
Ich will ja nicht sagen, dass der heissblütige Romand ein unbegabter Fussballer ist. Gewiss hat er seine Stärken, die aber aus meiner Sicht ziemlich überschätzt werden. Seine vielgelobten Flankenläufe lösen bei mir immer Angstschweiss aus und enden meist als Ballverluste beim Gegner. Seine Standarts sind sicher nicht schlecht, aber für das haben wir Leute wie Alex Frei oder Freistossgott Hakan Yakin auf dem Platz. Was mich aber am meisten aufregt, sind seine unkontrollierten, emotionalen Ausraster. Wie oft haben wir ihn schon mit weitaufgerissenem Mund und Billardkugeln-grossen Augen, wildgestikulierend herum hampeln gesehen?! Dass diese Entgleisungen landläufig als positive Energie und Leitwolfgesten betitelt werden, verstehe ich nicht. Wieso kann sich ein Spieler so viele Freiheiten herausnehmen?
Unter der Führung von Ottmar Hitzfeld ist etwas Hoffnung in mein gescholtenes Fanherz eingekehrt. Der gewiefte Taktikfuchs scheint sich nicht von den Schauspieleinlagen von Magnin beirren zu lassen. Nein, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Köbi Kuhn, setzt er auf Verlässlichkeit und lässt deswegen den Hobby Pantomimen öfters auf der Bank. Wieso Köbi Kuhn das nicht eingefallen ist, bleibt für mich ein ewiges Rätsel (Naja, Köbi Kuhn dachte ja auch es sei eine gute Idee im WM Achtelfinale drei Minuten vor dem Penaltyschiessen, seinen besten Schützen auszuwechseln…).Köbi „National“ ging sogar einen Schritt weiter und beförderte Magnin zum Vize-Captain. Wenn ich`s nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass er nur durch Erpressung oder der Besetzungscoach, an dieses Amt gelangte. Aber soweit wollen wir ja nicht gehen. Wieso aber unsere nationale Presse in unserem Jim Carrey für Arme den vermeintlichen Heilsbringer der Fussballnation sah, macht mich bis heute stutzig. Klar seine Ehefrau Chantal stellt sich gerne mal vor die Linsen der Boulevardfotografen. Auch Ludo erzählt gerne mal in einer Homestory über seine Hobbys, doch das reicht ja noch nicht, um seinen Stellenwert zu rechtfertigen.
Dass der Turbogebärdensprache Aussenläufer in seinem Verein VFB Stuttgart, nicht mehr regelmässig spielte, bekräftigte unseren Nati Trainer. In Stuttgart ist die Zeit von „Ludo“ abgelaufen und das neue Engagement in Zürich steht vor der Türe. Die Zürcher dürfen sich jetzt schon auf seine Auftritte freuen, wobei noch nicht klar ist, ob man grosses Theater, oder doch nur die Laienbühne zu sehen bekommt. Karriere mässig ist der Wechsel sicherlich keine Steigerung. Ludovic Magnin`s Stern ist am sinken und das ist bitter für ihn. Aber sind wir ehrlich, auch Jim Carrey Filme will mittlerweile niemand mehr sehen.
Es ist eher so, dass man damit rechnet, überall sonst betrogen zu werden, aber nicht in der Lieblingssportart. Sie soll ja eine bessere Welt darstellen."
Philosophieprofessor Gunter Gebauer spricht hier in einem lesenswerten Interview über die Dramatik des Betrügens.
Christoph Clemens, von Beruf Spielanalytiker (u.a. der DFB-Nationalmannschaft mit Urs Siegenthaler) im Gespräch mit tschuttiheftli:
"So wurde der Brasilianer Ronaldo in seinem zweiten Jahr bei Real Madrid ja immer als Dickerchen, der sich nicht bewegt, tituliert. Sein Wert für die Mannschaft wurde eher als Belastung dargestellt. Mangelnde Fitness sowieso! Die Wahrheit zeigte sich jedoch in seinen Werten. Natürlich ist Ronaldo selten mehr als 9 km (der Durchschnitt liegt bei 10,5 km) im gesamten Spiel gelaufen. Selbst Torwart Casillas kam auf 6.5 km. Allerdings hat sich Ronaldo regelmässig innerhalb der 9 km, über 1 km in höchster Geschwindigkeit (der Durchschnitt liegt bei knapp 250-300 m) bewegt. Das war absouter Spitzenwert in Europa und damit vermutlich weltweit. Innerhalb des Teams wusste jeder was Ronaldo leistet und welchen Wert er besass. Die Öffentlichkeit hatte ohne den Einblick in diese Werte ein ganz anderes Bild."